Donnerstag, 1. April 2010

Von langen Läufen und der RideShots-Beschleunigung

In jedem seriösen Marathon-Trainingsplan findet man Laufeinheiten, die den Läufer schrittweise an die Marathon-Distanz heranführen. Diese Läufe stehen meist am Wochenende auf dem Programm, und so steigert man sich von Sonntag zu Sonntag von anfänglichen 20 km auf über 30 km bis kurz vorm Wettkampf. Der Lange Lauf wird langsam gelaufen, in gemütlichem Tempo. Und fast könnte man meinen, wer 20 km läuft, für den sind 30 auch kein Problem. Erst recht, wenn’s schön langsam geht. Hab ich auch gedacht.

Ein paar Mal hab ich jetzt diesen langen Sonntagslauf gemacht. 30 km am Stück ist auch persönlicher Streckenrekord. Über drei Stunden bin ich dafür unterwegs. Wichtig ist, dass man da was zu trinken dabei hat. Vielleicht auch den einen oder anderen Energie-Nachschub. Ich hab letztens mal PowerBar RideShots ausprobiert – kleine Gummi-Dragees zum Lutschen. Mit Koffein-Füllung. Was mir bis dahin nicht klar war: Es ist unwahrscheinlich, wie sehr Koffein nach dem 20. Kilometer die Verdauung anregen kann. Zum Glück gab es an der Strecke eine Sporthalle mit Toiletten. Ich erreichte sie in letzter Not.

Neben der Erfahrung, wie der Körper in der einen oder anderen Situation auf so einer Distanz reagiert, ist der Lange Lauf nicht nur körperliches, sondern auch mentales Training. Ich finde 30 Kilometer schon verdammt weit. Ich muss mich aufraffen und es ist eine Quälerei. Zwei, zweieinhalb Stunden zu laufen geht ohne Schwierigkeit. Danach beginnt die Herausforderung: Die Beine werden schwer, der Körper müde, der innere Schweinehund bäumt sich auf. Dann hämmert es im Kopf: Lauf, lauf, lauf … Du hast es fast geschafft! - Aber es ist verdammt anstrengend. Wenn ich dann völlig geplättet zu Hause ankomme, denke ich dran, dass ein Marathon nochmal 12 km länger ist. Das ist sehr, sehr weit…

Noch 39 Tage bis zum Marathon! Macht mir Mut!


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